Anmerkungen
  1. Zit. nach Jeffrey Verhey: Der "Geist von 1914" und die Erfindung der Volksgemeinschaft (2000), S. 327.
  2. Haeften hatte vorgeschlagen, einen politischen Sieg hinter den feindlichen Fronten durch aktive und über deutsche Ziele täuschende Propaganda zu erreichen. Die Westmächte sollten den Eindruck gewinnen, in Deutschland gäbe es eine starke Gruppe, die für einen Frieden der allgemeinen Verständigung wirke. Eine "Vergewaltigung der Randstaaten" sei nicht vorgesehen, allerdings seien die Annexionen im Osten "gegen die zerstörerischen Kräfte des Bolschewismus"erforderlich". Siehe Manfred Nebeling: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg (2010), S. 426 ff.
  3. Siehe Klaus-Jürgen Bremm: Propaganda im Ersten Weltkrieg (2013) sowie die Rezension dieses Bandes durch Gerhard Engel in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, H. 2014/II, S. 245 ff.
  4. Zum Thema liegen zahlreiche Publikationen vor, die unterschiedliche Aspekte darstellen. Siehe u.a. Janina Fuge: Zwischen Kontroverse und Konsens. "Geschichtspolitik" als pluralistische Bewährungsprobe der deutschen Nachkriegsgesellschaft in der Weimarer Republik. In: Harald Schmidt (Hg.): Geschichtspolitik und kollektives Gedächtnis. Erinnerungskulturen in Theorie und Praxis (2009), S. 123-142; Ulrich Heinemann: Die verdrängte Niederlage (1984); Peter März: Nach der Urkatastrophe. Deutschland, Europa und der Erste Weltkrieg (2014); Bernd Ulrich: Die umkämpfte Erinnerung. Überlegungen zur Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges in der Weimarer Republik. In: Kriegsende 1918. Hrsg. von Jörg Duppler und Gerhard P. Groß, München 1999. S 367-375; Kriegsbegeisterung und mentale Kriegsvorbereitung. Interdisziplinäre Studien. Hrs. von Marcel van der Linden und Gottfried Mergner unter Mitarbeit von Herman de Lange (1991); Volker Ackermann: Nationale Totenfeiern in Deutschland. Von Wilhelm I. bis Franz Josef Strauß. Eine Studie zur politischen Semiotik (1990); Gerd Krumeich (Hrsg.): Nationalsozialismsu und Erster Weltkrieg (2010); Der Erste Weltkrieg in der populären Erinnerungskultur. Hrsg. von Barbara Korte, Sylvia Paletschek und Wolfgang Hochbruck (2008); Alexandra Kaiser: Von Helden und Opfern. Eine Geschichte des Volkstrauertages (2010); Jost Dülffer und Gerd Krumeich (Hrsg.): Der verlorene Frieden. Politik und Kriegskultur nach 1918 (2002); Edgar Wolfrum: Geschichte als Waffe. Vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung (2002); Arndt Weinrich: Der Weltkrieg als Erzieher. Jugend zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus (2013); Manfred Weißbecker: Kriegsideologie und Friedensdemagogie in der NSDAP 1919-1933. In: Reinhard Kühnl und Karen Schönwälder (Hrsg.): Sie reden vom Frieden und rüsten zum Krieg (1986), S. 137-173; ders., Von Weltkrieg zu Weltkrieg: Die friedlose NSDAP. In: Ludwig Nestler (Hrsg.): Der Weg deutscher Eliten in den zweiten Weltkrieg. Nachtrag zu einer verhinderten deutsch-deutschen Publikation (1990), S. 327-381.
  5. Maurice Halbwachs: Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen (1985; erstmals 1925); ders., Entwurf einer Psychologie sozialer Klassen. Über die gesellschaftlichen Antriebe des Menschen (2001; erstmals 1938;.
  6. Siehe dazu u.a. Manfred Weißbecker: "Schüsse ins Gehirn - alte und neue Schlagwörter in unserer Zeit. In: Konservative Perspektiven im neoliberalen Zeitalter. Protokollband einer gemeinsamen Tagung von Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V. und Thüringer Verband VdN/BdA e.V. anlässlich des 70. Geburtstages von Prof. Dr. Ludwig Elm, durchgeführt am 25. September 2004 in Jena (2005), S. 45-53.
  7. Zu den Belegen auch Manfred Weißbecker: "Schüsse ins Gehirn" - alte und neue Schlagwörter in unserer Zeit. In: Konservative Perspektiven im neoliberalen Zeitalter. Hrsg. von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen e.V., Jena 2005, S. 45-53.
  8. Auf die Entwicklung von einzelnen "schnellen Schüssen ins Gehirn" hin zu einem medialen Dauerfeuer macht aufmerksam Rainer Gries. Siehe Thüringische Landeszeitung, 10.05.2014.
  9. Wolfrum, Geschichte als Waffe, a.a.O., S. 6 f., bezeichnet das Vergessen als einen "Effekt des Erinnerns". Er schreibt: "Vergessen schafft erst Raum für die Erinnerung an das, was wichtig ist - wobei das, was als wichtig erscheint, sich im Zeitverlauf ändern kann und vom gesellschaftlichen Kontext abhängig ist."
  10. Wolf Singer: Keiner kann anders als er ist. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2004, S. 33. Der TV-Sender 3sat widmete dem Thema "Mythos Intelligenz" Anfang April 2014 eine sogenannte Themenwoche.
  11. Siehe Peter Zekert: Hirn oder Geist? Die Rolle der Medien im Streit um Hirnforschung, Menschenbild und Hirnforschung. In: Sven Jaros (Hrsg.): "Science: Who cares?". Ein studentisches Kolleg fragt nach dem Wert von Wissenschaft für die Gesellschaft. Magdeburg und Leipzig 2010, S. 131-140. Der Bonner Philosoph Markus Gabriel schreibt: "Neuerdings sind es die Gehirne oder vielmehr bestimmte Gehirnareale, die sowohl das Bewusstsein als auch seinen bunten Umgebungsbilder erzeugen. Was bleibt, ist die Idee eines kognitiven Gefängnisses: 'als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt' (Rilke). Dies gefiel schon Schopenhauer, der einer der Ersten war, die dem Gehirn die Funktion zuschrieben, die 'Welt als Vorstellung' hervorzuzaubern, an die sich die überlebenshungrigen Menschentiere dann in einer dauernden Lebensgeilheit verlieren. Heute soll es nicht mehr der metaphysische Weltwille sein, der unser Bewusstsein steuert, sondern das Gehirn, das sich wie ein fremdes Ich hinter unserem oberflächlichen Ich versteckt und mit der DNA kooperiert, die wiederum mit dem neuesten Über-Ich, der Evolution, im Verbunde steht." Markus Gabriel: Wir Verblendeten In: Die Zeit, 05.06.2014, S. 50.
  12. Siehe dazu den bekannten Brief von Friedrich Engels an Joseph Bloch vom 21.09.1890. In: MEW, Bd. 37 (1967), S. 462-465.
  13. Zu verweisen ist darauf, dass die Marx-Engels-Stiftung am 24.05.2014 in Münster eine Tagung zum Thema "Manipulation oder kritische Wissenschaft? Zum Verhältnis von Hirnforschung, Psychologie und Menschenbild" durchgeführt hat. Siehe auch Georg Fülberth: Doppelter Boden der Marx-Renaissance. In: Marxistische Blätter H. 1/2014, S. 18-27. Siehe auch Dirk Baecker: Neurosoziologie. Ein Versuch (2014). Der Vf. bemüht sich, eine "soziologische Theorie des Gehirns" zu schaffen. Siehe dazu die Rezension von Michael Zander in "junge Welt", 15.05.2014, S. 12.
  14. Siehe das umfangreiche Kapitel über Selbst- und Gegenbilder bei Rainer Hering: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890-1939 (2003). Den Hinweis auf dieses Kapitel erhielt der Vf. dankenswerterweise von Erich Hahn.
  15. Siehe z.B. Wolfgang Höpken: Archaische Gewalt oder Vorboten des "totalen Krieges"? In: Ulf Brunnbauer, Andreas Helmedach und Stefan Troebst (Hg.): Schnittstellen. Gesellschaft, Nation, Konflikt und Erinnerung in Südosteuropa (2007).
  16. Siehe Gunter Kessellring: Der Jugend von heute fehlt ein Feindbild: eine kritisch, hermeneutische Betrachtung aktueller Erziehung und das möglicherweise fehlende Feindbild neuer Generationen (2011).
  17. Siehe z.B. Herfried Münkler: Und die Massen marschierten. Aus Angst vor dem "großen Krieg" rüsteten die europäischen Großmächte auf - und machten diesen überhaupt erst möglich. In: Der Tagesspiegel, 28.05.2014, S. 27.
  18. Peter Janich: Menschen können Fahrrad fahren, nicht aber Hirne. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2008. Siehe auch das von diesem Philosophen 2009 veröffentlichte Buch "Die Sprache der Hirnforscher".
  19. In der öffentlichen Debatte um das Buch von Christopher Clark wurde u.a. gefragt: Schlafwandler oder Brandstifter.
  20. Bernd Ulrich spricht in diesem Zusammenhang von einem "spannungsreichen Verhältnis, meint aber, die Formel sei zu einfach, "dass die in dem einen oder anderen Sinne bestimmte geschichtspolitische oder propagandistisch instrumentalisierte Erinnerung an den 'Großen Krieg' in ihrem Erfolg immer abhängig war [und ist] von den Bedürfnissen derer, die darauf eingeschworen werden sollten." Bernd Ulrich: Die umkämpfte Erinnerung, a.a.O., S. 368 f.; Hingegen spricht Wolfram Pyta von einem "überaus politikmächtigen kulturellen Resonanzboden, der die Ausgangslage für Hitler "dramatisch" verbessert habe. Wolfram Pyta: Die Privilegierung des Frontkämpfers gegenüber dem Feldmarschall. Zur Politikmächtigkeit literarischer Imagination des Ersten Weltkrieges in Deutschland. In: Politische Kultur und Medienwirklichkeiten in den 1920er Jahren. Hrsg. von Ute Daniel, Inge Marzolek, Wolfram Pyta und Thomas Welskop (2010), S. 165.
  21. Mitteilungen des Bundes Neues Vaterland. Neue Folge, Nr. 1. Revolutionsnummer, November 1918, S. 7.
  22. Es gehört leider zu irreführenden Annahmen, dass Literatur, der gegenwärtig hohe Qualität usw. bescheinigt wird, auch zum Zeitpunkt ihres Erscheinens allgemein anerkannt gewesen sei. Forschungen über Auflagenhöhen, zeitgenössische Rezensionen oder das Verschweigen in den Massenmedien stehen noch aus.
  23. Zit. nach Otto-Ernst Schüddekopf: Das Heer und die Republik (1955), S. 160.
  24. Wolfgang Ruge: Nachdenken über Weimar. In: Ehrenpromotion Wolfgang Ruge (1988), S. 11-20.
  25. Weinrich, a.a.O., S. (S: 66 f.) meint, kriegskritische und heroisierende Auffassungen hätten einander nicht ausgeschlossen, und erklärt, dass die weitgehende Kompatibilität von Kriegsverdammung und Glorifizierung soldatischer Opferbereitschaft "zum Signum der Weimarer Kultur" gehört habe.
  26. Siehe u.a. Rüdiger Bergien: Die bellizistische Republik. Wehrkonsens und "Wehrhaftmachung" in Deutschland 1918-1933 (2012), der die Auffassung vertritt, dass auf dem Felde der Landesverteidigungspolitik der Zäsurcharakter des 30. Januar 1933 zu relativieren sei.
  27. Der Begriff ist entlehnt einem Beitrag von Utz Jeggle in den "Tübinger Beiträgen zur Volkskultur" (1986), S. 242-259.
  28. Bei einem Diözesantreffen der "Sturmschar des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands" hieß es in der Rede des Generalpräses: "War der Krieg auch ein furchtbares Unheitl, die Opferkraft der jungen Stürmer war etwas ungeheuer Großes und Herrliches! Darum brauchen wir Begeisterung in der Sturmschaft, aber keine schwulstige Wortbegeisterung - Opferkraft des Dienens, des Sichbescheidens, des Opfers an Zeit, des Opfers an Eigenwillen, des Opfers an eigener Lust - das alles ist ein Stück des Lebens opfern. [...] Sturmschar ist nur, wer in der Gemeinschaft steht und die Opfer der Gemeinschaft zu bringen bereit ist." Zit. nach Weinrich, a.a.O., S. 103
  29. Peter Kümmel: Sarajevo, später. Wann begann der Erste Weltkrieg? Und ist er überhaupt vorbei? Der Theaterregisseur Hans-Werner Kroezinger recherchiert in der bosnischen Hauptstadt für sein neues Stück "Schlachtfeld Erinnerung". In: Die Zeit, 08.05.2014, S. 53.
  30. "Vom echten Heldentum" - so betitelte der Jenaer Theologie-Professor Erich Fascher seine 1930 gehaltene Rede zum Totensonntag, in der er die "Liebe von Langemarck, die in den Herzen von Hoch und Niedrig, Jung und Alt glühte", beschwor und von den Studenten "Zucht, Selbstkritik,Entsagung" forderte. (931), S. 4 ff.
  31. Sabine Behrenbeck: Der Kult um die toten Helden. Nationalsozialistische Mythen, Riten und Symbole (2./2011), S. 548 f. Die Verfasserin konstatiert zwar, dass der Boden für eine bereitwillige Aufnahme der nationalsozialistischen Opfervorstellungen schon von anderen bereitet worden war, klammert dies jedoch völlig aus ihren Darlegungen aus.
  32. Dieser Zusammenhang wird in der geschichtswissenschaftlichen Literatur selten dargestellt. Siehe u.a. Klaus Schreiner: Politischer Messianismus, Führergedanke und Führererwartung in der Weimarer Republik. In: Was ist Gesellschaftsgeschichte? Positionen,Themen,Analysen. Hrsg. von Manfred Hettling, Claudia Huerkamp, Paul Nolte und Hans-Walter Schmuhl (1991), S. 237-247; Manfred Weißbecker: Zur Herausbildung des Führerkults in der NSDAP. In: Monopole und Staat in Deutschland 1917-1945 (1966), S. 116-126; Manfred Weißbecker und Herbert Gottwald: Zur Rolle der Führer bürgerlicher Parteien. Biographische Aspekte in der Geschichte der politischen Parteien des deutschen Imperialismus von der Jahrhundertwende bis 1945. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 1979, H. 4, S. 299-315
  33. Dazu gehört auch, die Feindbild-Propaganda der Feinde ins Feld zu führen. Dies erfolgt gegenwärtig in rechtsextremen Kreisen der BRD, die in der gegenwärtigen Rückschau auf den Ersten Weltkrieg gern auf ein "Gebet" verweisen, das zu Beginn der Sitzung des 65. Kongress der USA am 10. Januar 1918 von einer größeren Gruppe der Abgeordneten gesprochen worden sei: "Allmächtiger Gott! Unser himmlischer Vater! [...] Du weißt, dass wir in einem Kampf auf Leben und Tod stehen gegen eine der schändlichsten, gemeinsten, gierigsten, geizigsten, blutdürstigsten, geilsten und sündhaftesten Nationen, die je die Seiten der Geschichte geschändet haben.Du weißt, dass Deutschland aus den Augen der Menschheit genügend Tränen gepresst hat, um ein neues Meer zu füllen, dass es genügend Blut vergossen hat, um jede Woge auf dem Ozean zu röten, dass es genügend Schreie und Stöhnen aus den Herzen von Männern, Frauen und Kindern gepresst hat, um daraus Gebirge aufzutürmen. [...] Wir bitten Dich, entblöße Deinen mächtigen Arm und schlage das mächtige Pack hungriger, wölfischer Hunnen zurück, von deren Fängen Blut und Schleim tropfen. Wir bitten Dich, lass die Sterne in ihren Bahnen und die Winde und Wogen gegen sie kämpfen [...] Und wenn alles vorüber ist, werden wir unsere Häupter entblößen und unser Antlitz zum Himmel erheben [...] Und Dir sei Lob und Preis immerdar, durch Jesus Christus. Amen."
  34. Siehe u.a. Bruno Jannis Lilge: Erziehung zum Krieg im Deutschen Kaiserreich 1890-1914. (1997). Lilge definiert Erziehung zum Krieg als pädagogische Intention und Durchführung von Erziehung, um bei Kindern und Jugendlichen psychische und physische Kriegsbereitschaft und -fähigkeit herzustellen.
  35. Behrenbeck untersucht zudem eingehend die religiösen Elemente des nationalsozialistischen Heldenkultes. Dieser habe auf religiöse Sinnbedürfnisse reagiert und kollektive Symbolformen bereitgestellt, um die religiösen Empfindungen zum Ausdruck bringen zu können. S. 19 f.
  36. Heinrich Mann: Das Bekenntnis zum Übernationalen. In: ders., Der Hass. Deutsche Zeitgeschichte (zuerst 1933, hier 1983)
  37. Hellmut von Gerlach: Die große Zeit der Lüge. Der Erste Weltkrieg und die deutsche Mentalität (1871-1921). Hrsg. von Helmut Donat und Adolf Wild. Mit einem Vorwort von Walter Fabian (1994), S. 143.
  38. Ebenda, S. 179.
  39. Die Weltbühne 27/1931.
  40. Siehe Joachim Petzold: Die Dolchstoßlegende. Eine Geschichtsfälschung im Dienst des deutschen Imperialismus und Militarismus (1963);Boris Barth: Dolchstoßlegenden und politische Desintegration. Das Trauma der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg 19141933 (2003); Kurt Pätzold: Im Felde unbesiegt, den Dolchstoß im Rücken. In: Kurt Pätzold und Manfred Weißbecker (Hrsg.): Schlagwörter und Schlachtrufe. Aus zwei Jahrhunderten deutscher Geschichte, Bd. 1, Leipzig 2002, S. 102-111.
  41. Zu Kehr gibt es bislang noch keine umfassende Biografie. Siehe hingegen Mario Keßler: Arthur Rosenberg. Ein Historiker im Zeitalter der Katastrophen (1889-1943), (2003).
  42. Klaus Schwabe und Rolf Reichardt: Gerhard Ritter. Ein politischer Historiker in seinen Briefen (1984), S. 236 ff.
  43. Zit. nach Jan-Henrik Meyer: Die Reden auf den zentralen Veranstaltungen zum Volkstrauertag bzw. Heldengedenktag 1922-1989. Wissenschaftliche Hausarbeit, Berlin 2001; Siehe auch Alexandra Kaiser: Von Helden und Opfern. Eine Geschichte des Volkstrauertages (2010).
  44. So z.B. die Festschrift 1919-1969 Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. 50 Jahre Dienst am Menschen Dienst am Frieden.
  45. Michael Geyer: Das Stigma der Gewalt und das Problem der nationalen Identität in Deutschland. In: Von der Aufgabe der Freiheit. Politische Verantwortung und bürgerliche Gesellschaft im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Hans Mommsen zum 5. November 1995 (1995), S. 682.
  46. Parteien-Lexikon
  47. Peter Franz: Martialische Idole. Die Kriegerdenkmäler in Thüringen und ihr Botschaften (1999); Kurt Pätzold: Kriegerdenkmale in Deutschland. Eine kritische Untersuchung (2012).
  48. Siehe dazu als jüngste Darstellung Weinrich, a.a.O., S. 245-312.
  49. Siehe Gerhard Hirschfeld: Die Stuttgarter 'Weltkriegsbücherei'. In: Der Erste Weltkrieg in der populären Erinnerungskultur. Hrsg. von Barbara Korte, Sylvia Paletschek und Wolfgang Hochbruck (2008), S. 47-57.
  50. Siehe u.a. Karl Prümm: Die Literatur des soldatischen Nationalismus der 20er Jahre 1918-1933. Gruppenideologie und Epochenproblematik (1974).
  51. Obgleich viele ihrer Romane bereits vor 1933 erschienen, wird von Historikern zumeist nur die Literatur im Nationalsozialismus benannt und werden Bücher angeführt, die zwischen 1933 und 1945 erschienen. Leider war nichts Näheres zu ermittel über ein "Kriegsdichtertreffen", das 1936 stattfand.
  52. Weinrich, a.a.O., S. 76.
  53. Siehe Ria Blaicher: Gottes Strafgericht. Hirtenbriefe der deutschen Bischöfe während des Ersten Weltkrieges. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, H. 4/2014, S. 315-328. Da heißt es u.a.: "Nach dem Desaster des Weltkrieges hätten Katholiken [...] Richtlinien für eine künftige Friedenspolitik von ihren Oberhirten erwarten können. Dafür hätten grundsätzliche Fragen beantwortet werden müssen: Wie ist das Verhältnis von Machthabern und Kirche, von Individuum und Staatsmacht? Wann muss die Kirche dem Staat aus moralischen Gründen in die Schranken weisen? Wie muss die Kirche reagieren, wenn der eigene Staat aus Machtinteressen einen Krieg vorbereitet? Wie kann sich die Kirche gegen Ausbeutung von Individuen und Völkern zur Wehr setzen und wie Diskriminierung und Anfeindung anderer Menschen, Völker und Religionen in ihren Anfängen aufdecken und Zurückweisen?" Davon sei nach dem Ersten Weltkrieg jedoch nichts zu spüren gewesen (S. 328). Siehe auch Heinrich Fink: Kirche vor der Entscheidung. In: antifa. Magazin der VVN-BdA für antifaschistische Politik und Kultur, H. Mai/Juni 2014, S. 24.
  54. Zit. nach Eberhard Demm: Zwischen Propaganda und Sozialfürsorge - Deutschlands Kinder im Krieg. In: ders., Ostpolitik und Propaganda im Ersten Weltkrieg (2002), S. 121. Siehe auch Christian Ufer: Im Wandel der Zeit 1856-1921 (1926).
  55. Die folgenden Ausführungen stützen sich insbesondere auf das Buch von Arndt Weinrich: Der Weltkrieg als Erzieher. Jugend zwischen Weimarer Republik und Nationalsozialismus (2012).
  56. Weinrich, a.a.O., S. 69, konstatiert, dass die "heroische Jugendkultur" spätestens seit den frühen 30er Jahren "wesentliche Elemente des Weltkriegsgedenkens der HJ nach 1933 bereits vorwegnahm."
  57. Weinrich , a.a.O., S. 127.
  58. Baldur von Schirach: Die Feier der neuen Front (1929), S. 11.
  59. So urteilte Lindlay Frazer über die Propaganda der NSDAP in seinem Buch: Kriegsschuld und Propaganda. Deutschland zwischen den zwei Weltkriegen (1947), S. 149.
  60. Eric Hobsbawm: Die Erfindung der Vergangenheit. In: Die Zeit, 09.09.1994; Siehe auch Wolfrum, Geschichte als Waffe, a.a.O.; Manfred Weißbecker: Geschichte als Waffe. Die Katastrophe nach 1918. Erinnerungspolitik, um den verlorenen Ersten Weltkrieg nachträglich zu gewinnen. In: junge Welt, 18.06.2014, S. 10 f.